Die Wahl des richtigen Hämatologie-Analysators

Der Hämatologie-Analysator (oder Hämatologie-Automat) ist ein Gerät, mit dem ein Blutbild (CBC) oder ein Hämatogramm erstellt wird. Er führt eine quantitative und qualitative Analyse der figurativen Elemente des Blutes durch: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Er wird hauptsächlich in medizinischen Analyselabors oder in Krankenhäusern mit hämatologischer Abteilung eingesetzt. Einige dieser Analysegeräte sind für den veterinärmedizinischen Bereich bestimmt.

Hämatologie Analysatoren auf einen Blick

  • Welche Messtechnologien verwendet ein Hämatologie Analysator?

    .

    Hämatologie-Analysator mit Impedanz der Marke Horiba

    Der Anwender muss die Zähltechnologie des Analysegerätes kennen, da die Ergebnisse entsprechend dieser Technologie unterschiedlich sein können. Hämatologie-Analysatoren unterscheiden sich hauptsächlich durch folgende Technologien:

    • La Durchflusszytometrie : Dies ist die anspruchsvollste und teuerste Methode, die der Markt gegenwärtig anbietet. Sie besteht darin, die Zellen in einem schmalen Strom vor einem Laserstrahl ablaufen zu lassen. Der Laser trifft auf jede einzelne Zelle, wobei ein Lichtdetektor das von den Zellen reflektierte Licht erfasst. Es handelt sich in diesem Fall um die Laserfluss Zytometrie. Es gibt auch die Fluoreszenz-Durchflusszytometrie, die nach dem gleichen Prinzip wie die Laser-Durchflusszytometrie arbeitet, nur dass die Art der Detektion anders ist.
      Im Allgemeinen bietet die Flux-Zytometrie viel mehr als nur die Zählung; so z.B. die Analyse der Zellform und ihrer inneren und äußeren Struktur. Daher wird diese Technik selten mit dem ausschließlichen Ziel verwendet , Zellen zu zählen.
    • Elektrische Impedanz : Diese Technik wird zur Bestimmung der Anzahl und des Volumens von Erythrozyten und Thrombozyten verwendet. Zu diesem Zweck wird EDTA-Blut mit einer isotonischen Lösung im Inneren des Gerätes verdünnt und durch eine Kapillaröffnung abgesaugt. Die Zellen bewegen sich dann nacheinander durch ein elektrisches Spannungsfeld, wo sie je nach Größe einen Impuls (Erhöhung des elektrischen Widerstands) induzieren. Dadurch ist es möglich, große von kleinen Zellen zu unterscheiden und zu zählen.
    • DieLaserdiffraktion : Sie misst die Verteilung der Partikelgrößen. Dazu misst sie die Winkelvariation der Intensität des gestreuten Lichts, wenn ein Laserstrahl durch eine Probe von gestreuten Partikeln hindurchgeht So streuen große Partikel Licht in kleinen Winkeln zum Laserstrahl, während kleine Partikel Licht in größeren Winkeln streuen. Auf diese Weise kann man die Größe der Partikel berechnen, die das Beugungsbild erzeugt haben.
  • Wie kann man die Leistung des Hämatologie-Analysators bewerten?

    Neben der Messtechnik als solcher sind mehrere Punkte zu berücksichtigen:

    • Die Anzahl der Parameter, die das Gerät angeben kann. Dies sind alle Arten von Daten, die das Gerät bezüglich der gemessenen Elemente liefern kann. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl der einzelnen Elemente, ihr Volumen, ihre Konzentration usw. Je nach Ausstattung können Hämatologie-Analysatoren zwischen neun und mehr als 50 Analyseparameter bieten.
    • Die Differenzierung der Leukozyten. Leukozyten lassen sich in drei Familien einteilen: Lymphozyten, Monozyten und Granulozyten. Granulozyten lassen sich auch in drei Gruppen einteilen: basophile Granulozyten, eosinophile Granulozyten und neutrophile Granulozyten. Es gibt daher insgesamt eine Differenzierung in fünf Familien. Einige Analysatoren bieten keine Leukozytendifferenzierung.

    Es sei darauf hingewiesen, dass die großen Marken der Branche voll integrierte Systeme anbieten. Diese sind als Teil einer leistungsfähigen Diagnoseplattform gedacht und können mit anderen Analysemodulen (Biochemie, Immunologie, etc.) verknüpft werden.

  • Welche Arten von Reagenzien werden in der Hämatologie verwendet?

    Bei der Auswahl der Reagenzien ist es wichtig, die Marken genau zu beachten, je nachdem, ob sich der Analysator in einem geschlossenen System befindet oder nicht. Geschlossene Systeme akzeptieren nur Reagenzien der gleichen Marke wie das Gerät. Analysatoren, die mit allen Reagenzienmarken kompatibel sind, werden als „offen“ bezeichnet.

    Es gibt viele Arten von Reagenzien, die von den spezifischen Anwendungen (diagnostisch und klinisch) des Gerätes abhängen. Um ein einwandfreies Funktionieren des Analysators sicher zu stellen, sind Kalibratoren, Kontrolllösungen, Verdünner und Farbstoffe erforderlich.

  • Was sind die Vor- und Nachteile eines Hämatologie-Analysators?

    Die Vorteile sind verschiedener Art:

    • Die Schnelligkeit. Der Analyseprozess ist in der Regel automatisiert ist, was den manuellen Eingriff reduziert oder sogar überflüssig macht. Dies hat auch den positiven Effekt, die Genauigkeit zu erhöhen und die Anzahl der Fehler zu begrenzen. Menschliche Fehler sind eines der Hauptprobleme der manuellen Zählung.
    • Die Genauigkeit derErgebnisse mit besserer Zelldifferenzierung.
    • Die Einsatzflexibilität mit einer Vielfalt der gemessenen Parameter.

    Die folgenden Punkte können Nachteile sein:

    • Die Anschaffungskosten. Der Kauf eines Hämatologie Analysators erfordert eine bedeutende Investition. Auch die Kosten für Reagenzien müssen berücksichtigt werden.
    • Die Wartung, da das Gerät einer regelmäßigen Überwachung und Qualitätskontrolle bedarf, um sicherzustellen, dass es ordnungsgemäß funktioniert. Je nach den Ressourcen des Labors kann dies eine Einschränkung bedeuten.
    • Die Größe, denn je nach Produktreihe und Eigenschaften können manche Analysegeräte sehr platzraubend sein.
  • Über welche Optionen kann ein Hämatologie-Analysator verfügen?

    Außer der Kapazität, Leucozyten zu differenzieren, (cf. Frage 2), kann ein Hämatologie Analysator mit verschiedenen Zusatzoptionen ausgestattet sein:

    • Probenwechsler oder automatischer Probennehmer zur Verwaltung der Proben.
    • Ein System zum Färben und Vorbereiten der Probenträger , sollte ein Testergebnis einen Abstrich erfordern.
    • CRP-Analyse (Reactive CRP), um festzustellen, ob ein Entzündungsrisiko besteht.
    • Ein Touchscreen für eine bessere Benutzerfreundlichkeit.
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1 Kommentar
  • Heike sagt:

    Vielen Dank für einen informativen Beitrag zum Hämatologie-Analysator. Gut zu wissen, dass geschlossene Systeme nur Reagenzien der gleichen Marke wie das Gerät akzeptieren. Nach meiner Ausbildung möchte ich in einem Labor arbeiten, daher finde ich diese Information sehr hilfreich.

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