Die Wahl der richtigen medizinischen Handschuhe

Medizinische Handschuhe sind Einwegprodukte, die im Rahmen der medizinischen Betreuung verwendet werden. Laut Weltgesundheitsorganisation wird die Verwendung medizinischer Handschuhe vor allem aus zwei Gründen empfohlen:

  • um für Beschäftigte im Gesundheitswesen das Risiko einer Kontamination mit Blut oder anderen biologischen Flüssigkeiten über die Hände zu verringern;
  • um die Verbreitung von Keimen in der Umgebung und das Risiko der Keimübertragung zwischen Pflegekräften und Patienten sowie von Patient zu Patient zu verringern.

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  • Wie wählt man die richtigen Handschuhe?

    Latexhandschuhe von EURONDA

    Die Wahl medizinischer Handschuhe hängt von mehreren Kriterien ab, z. B. dem Verwendungszweck, den Hauptbestandteilen und den verschiedenen verfügbaren Optionen.

    • Hauptmaterialien: Medizinische Handschuhe können aus folgenden Materialien hergestellt werden:
      • Latex
      • Nitril
      • Vinyl
      • Neopren (Chloropren)
      • PVC
      • Leder (Spaltleder)
      • Baumwolle
    • Optionen: Es gibt verschiedene Optionen für medizinische Handschuhe:
      • Gepudert oder puderfrei
      • Steril oder nicht steril
      • Mit oder ohne Chlor
  • Aus welchem Material sollten die Handschuhe sein?

    Nitrilhandschuhe der Marke HUM

    Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile, sodass die Wahl abhängig vom Verwendungszweck getroffen werden sollte. Die wichtigsten Vor- und Nachteile von Latex-, Nitril-, Vinyl-, Neopren- und PVC-Handschuhen werden im Folgenden zusammengefasst.

    • Latexhandschuhe:
      • Vorteile: Handschuhe aus Latex (Naturkautschuk) bieten eine optimale Passform und sind besonders elastisch, dünn und wasserdicht. Dank ihrer hohen mechanischen Festigkeit bieten sie maximalen Schutz vor Infektionen, Kreuzkontaminationen und chemischen Produkten. Sie werden besonders für risikoreiche Interventionen eingesetzt und können auch über längere Zeiträume getragen werden. Außerdem bieten sie ein gutes Tastempfinden und eine optimale Griffigkeit, was äußerst wichtig für die Ausführung präziser Gesten ist.
      • Nachteile: Latex kann Allergien auslösen und unter anderem zu Hautreizungen führen.
    • Nitrilhandschuhe:
      • Vorteile: Nitrilhandschuhe stellen eine ausgezeichnete Alternative zu Latexhandschuhen dar, nicht zuletzt für Menschen, die allergisch auf Latex reagieren. Sie haben die gleichen Eigenschaften wie Latexhandschuhe und bieten denselben Schutz. Sie können auch über längere Zeiträume verwendet werden. Sie haben die Besonderheit, dass sie im Falle eines Lochs oder Schnitts vollständig aufreißen und somit eine weitere Verwendung unmöglich machen. Auf diese Weise reduzieren sie das Risiko einer Kontamination.
      • Nachteile: Gepuderte Nitrilhandschuhe lassen sich zwar leicht anziehen, doch kann das Puder allergische Reaktionen hervorrufen.
    • Vinylhandschuhe:
      • Vorteile: Handschuhe aus Vinyl sind die preiswertesten auf dem Markt. Sie stellen kein Allergierisiko dar und sind sehr widerstandsfähig gegen Stiche und Schnitte.
      • Nachteile: Sie eignen sich weniger für risikoreiche Eingriffe, da die Ausfallrate von Vinyl höher ist als die von Latex oder Nitril. Sie bieten kein besonders gutes Tastempfinden  und sind weniger elastisch als Latex- oder Nitrilhandschuhe. Zudem weisen sie eine schlechte Griffigkeit auf, sodass ihr Einsatzspektrum relativ gering ausfällt. Diese Handschuhe sind weniger haltbar und müssen regelmäßig gewechselt werden.

    Handschuhe aus Neopren® von der Marke HUM

    • Neoprenhandschuhe (Chloropren):
      • Vorteile: Neopren ist, genauso wie Nitril und Vinyl, synthetischer Kautschuk. Neoprenhandschuhe eignen sich für zahlreiche Anwendungen und bieten einen besonders zuverlässigen und wirksamen Schutz gegen aggressive Chemikalien. Sie haben eine gute Passform und bieten ein hervorragendes Tastempfinden. Sie können über längere Zeiträume getragen werden.
      • Nachteile: Neoprenhandschuhe sind weniger abriebfest als Handschuhe aus Naturkautschuk. Sie sind nicht beständig gegen aromatische und chlorierte Lösungsmittel.
    • Laborhandschuhe (PVC, Leder, Baumwolle):
      • Vorteile: Handschuhe, die für Arbeiten im Labor konzipiert sind, haben eine gute Beständigkeit gegen Säuren und Basen. Sie sind zudem hitze- und feuchtigkeitsbeständig.
      • Nachteile: Sie sind für Situationen mit geringem Risiko vorbehalten.
  • Welche spezifischen Eigenschaften können medizinische Handschuhe haben?

    Je nach Einsatzbereich und Verwendungszweck kann zwischen gepuderten oder puderfreien, sterilen oder unsterilen, chlorierten oder nicht chlorierten Handschuhen gewählt werden.

    • Gepuderte oder ungepuderte Handschuhe:
      • Gepuderte Handschuhe: Meist sind sie mit Maisstärke gepudert, was das An- und Ausziehen der Handschuhe erleichtert. Das Puder im Inneren der Handschuhe hat den Vorteil, die Schweißbildung an den Händen einzudämmen, so dass die Handschuhe länger getragen werden können. Sie sind günstiger als puderfreie Handschuhe. Manche Menschen können jedoch allergisch auf das Puder reagieren, das beim An- und Ausziehen in die Umgebungsluft und in die Atemwege gelangen kann und somit das Risiko einer Kreuzkontamination über die Luft birgt.
      • Puderfreie Handschuhe: Diese wurden für Personen entwickelt, die allergisch auf das Handschuhpuder reagieren. Sie sind genauso bequem und schützen genauso effektiv wie gepuderte Handschuhe.
    • Sterile oder unsterile Handschuhe:
      • Sterile Handschuhe bestehen in der Regel aus Latex, aber es gibt auch sterile Vinyl- und Neoprenhandschuhe. Sie werden unter anderem bei invasiven chirurgischen Eingriffen, Geburten, medizinischen Diagnosen und bei der Zubereitung von Chemotherapeutika verwendet. Sie bieten eine wirksame bakterielle und virale Barriere zwischen Patienten und Pflegepersonal. Sie sind ebenfalls sehr widerstandsfähig, sollten aber nach etwa 45 Minuten Gebrauch gewechselt werden, um Mikroperforationen zu vermeiden, die ein Infektionsrisiko mit sich bringen.
      • Nicht sterile Handschuhe werden bei der Blutentnahme, der Reinigung von Instrumenten, bei Infusionen, Unterleibsuntersuchungen, bei der Handhabung von verunreinigter Wäsche oder Abfällen, bei der Gefahr des Kontakts mit Körperflüssigkeiten bzw. Sekreten oder in Notfallsituationen (etwa beim Gebrauch eines Defibrillators) verwendet. Sie sind ein hervorragender elektrischer Isolator und bestehen meistens aus Latex, Vinyl oder Nitril.
    • Chlorierte Handschuhe: Bei der Chlorierung wird der Handschuh in eine wässrige Chlorlösung getaucht oder Chlorgas ausgesetzt. Dadurch wird die Oberflächenhaftung der Handschuhe verringert, sodass sie leichter an- und ausgezogen werden können, ohne ihre Dicke zu erhöhen oder Puder als Gleitmittel zu benötigen. Puderfreie Einweghandschuhe sind in der Regel chloriert, d. h. sie enthalten Spuren von umweltbelastendem Chlor. Chlorierte Handschuhe sind außerdem teurer als gepuderte Handschuhe, welche ebenfalls leicht an- und auszuziehen sind. Schließlich weisen chlorierte Handschuhe eine geringere Griffigkeit auf als nicht chlorierte Handschuhe.
  • Welche Handschuhgrößen gibt es?

    Es gibt fünf Standard-Handschuhgrößen, die in der Regel von XS bis XL reichen. Die passende Größe lässt sich entsprechend dem Umfang der dominanten Hand bestimmen.

    Die folgende Tabelle gibt die verschiedenen Handschuhgrößen und entsprechenden Handmaße in Zoll und Zentimetern an:

    XS 6 – 7 Zoll 15 – 17 cm
    S 7 – 8 Zoll 17 – 20 cm
    M 8 – 9 Zoll 20 – 22 cm
    L 9 – 10 Zoll 22 – 25 cm
    XL 10 – 11 Zoll 25 – 27 cm
  • Wie zieht man Handschuhe richtig an und aus?

    Anleitung  zum korrekten An- und Ausziehen
    steriler medizinischer Handschuhe

    Um Handschuhe auf sichere und hygienische Art und Weise an- und auszuziehen, sind einige grundlegende Schritte zu beachten.

    • Anziehen der Handschuhe:
      1. Den ersten Handschuh aus seiner Originalverpackung nehmen;
      2. Den Handschuh nur an der oberen Kante auf der Innenseite anfassen;
      3. Den Handschuh anziehen;
      4. Mit der behandschuhten Hand einen zweiten Handschuh aus der Verpackung nehmen und diesen ebenfalls nur an der Oberkante anfassen;
      5. Den zweiten Handschuh anziehen; Um zu vermeiden, dass die bereits behandschuhte Hand die Haut des Unterarms berührt, stülpen Sie die Außenseite des zweiten Handschuhs über die gefalteten Finger der behandschuhten Hand;
      6. Sobald die Handschuhe angezogen sind, dürfen die Hände nur berühren, was laut Gebrauchsanweisung gestattet ist.
    • Ausziehen der Handschuhe:
      • Den ersten Handschuh am Handgelenk anfassen, ohne die Haut des Unterarms oder die Handschuhinnenseite zu berühren, und ihn umstülpen, sodass die potenziell kontaminierte Außenseite des Handschuhs auf der Innenseite liegt;
      • Den ausgezogenen Handschuh mit der noch behandschuhten Hand festhalten und mit den Fingern der nackten Hand in die Innenfläche der anderen Hand greifen;
      • Den Handschuh ab der Stulpe umgekrempelt abziehen, sodass die Innenseite des Handschuhs außen liegt, und dabei den ersten abgezogenen Handschuh einwickeln;
      • Die beiden gebrauchten Handschuhe in einem dafür vorgesehenen Behälter entsorgen.
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