Kaufratgeber: So wählen Sie das richtige Zahnimplantat

Die Zahnimplantologie ist ein Fachgebiet der Zahnheilkunde, das sich mit dem Ersatz fehlender oder beschädigter Zähne durch Zahnimplantate befasst. Diese werden in den Kieferknochen inseriert (eingesetzt) und dienen später, wenn der Implantatkörper im Knochen verankert ist, als künstliche Zahnwurzel, auf der die Zahnprothese befestigt werden kann. Die Implantate haben sich in Bezug auf das Material, die Formen und mechanischen Eigenschaften stark weiterentwickelt, um so kompatibel wie möglich mit all den verschiedenen Bedürfnissen und Problematiken der Patienten zu sein.

Zahnimplantate ansehen

  • Was für Formen können Zahnimplantate haben?

    Die meisten Zahnimplantate haben die Form einer zylindrischen oder konischen Schraube. Sie können unterschiedlich lang sein, wohingegen ihr Durchmesser üblicherweise zwischen 2,5 und 6 mm liegt. Die Unterschiede zwischen zylindrischen und konischen Implantaten sind wie folgt:

    • Zylindrische Zahnimplantate: Diese klassischen Implantate werden vorzugsweise in verheilten Bereichen mit guter Knochendichte eingesetzt. Sie können im vorderen oder hinteren Bereich des Unterkiefers implantiert werden. Sie werden nicht für Sofortimplantationen unmittelbar nach dem Ziehen eines Zahns (Extraktion) empfohlen.
    • Konische Zahnimplantate: Diese sind den zylindrischen Implantaten recht ähnlich, mit dem Unterschied, dass sie am Ende kegelförmig zulaufen. Sie wurden für spezielle medizinische Indikationen entwickelt, können aber auch als Standardimplantate verwendet werden. Es ist zu beachten, dass selbstbohrende konische Implantate eine hohe Primärstabilität aufweisen und sehr vielseitig einsetzbar sind. Sie eignen sich für alle Situationen, ob in bereits abgeheiltem Gewebe oder unmittelbar nach einer Zahnextraktion, im Unter- wie im Oberkiefer.

    Zylindrisches Zahnimplantat von Alpha Dent

    Konisches Zahnimplantat von ETGAR

  • Aus welchem Material werden Zahnimplantate hergestellt?

    Zahnimplantat aus Zirkon von der Marke Zeramex

    Zahnimplantate werden aus widerstandsfähigen, biokompatiblen Biomaterialien hergestellt. Die am häufigsten verwendeten Materialien sind Titan und neuerdings auch Zirkon (bzw. Zirkonoxid/Zirkoniumdioxid). Dennoch ist Titan nach wie vor vorherrschend. Dank der Eigenschaften dieser gut körperverträglichen Biomaterialien wächst das Knochengewebe, nachdem das Implantat in den Kieferknochen eingesetzt wurde, auf natürliche Weise mit dem Implantat zusammen, sodass das Implantat die Funktion der fehlenden Zahnwurzel übernimmt. Dieser knöcherne Heilungsprozess wird als Osseointegration bezeichnet. Früher, als solche Biomaterialien noch nicht verwendet wurden, konnten sich Zahnimplantate meist nur schlecht mit dem Knochen verbinden.

    Zahnimplantate aus Titan:

    • Vorteile: ausgezeichnete Biokompatibilität, Robustheit, Zuverlässigkeit, unbegrenzte Haltbarkeit bei guter Mundhygiene
    • Nachteile: mögliche allergische Reaktionen auf Titan (recht selten), weniger ästhetisch aufgrund des gräulichen Aussehens

    Zahnimplantate aus Zirkon:

    • Vorteile: dieselben Vorteile wie Titanimplantate, aber ästhetischer als Titanimplantate, da Zirkon weiß ist und somit kein grauer Rand an der Basis der prothetischen Krone zu sehen ist
    • Nachteile: weniger verfügbare Daten über Zirkonimplantate, da sie relativ neu sind; teurer als Titanimplantate
  • Welche verschiedenen Implantat-Abutment-Verbindungen gibt es?

    Im oberen Teil des Zahnimplantats befindet sich eine Halteschraube, die das Abutment (engl. für Stützpfeiler) mit dem Implantatkörper verbindet. Das Abutment stellt das Verbindungsteil (die sogenannte Mesostruktur) zwischen dem Implantatkörper und der Suprakonstruktion dar, d. h. dem auf dem Implantat befestigten, sichtbaren Zahnersatz. Dabei kann es sich um eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese handeln.

    Da es verschiedene Arten von Implantaten und Zahnersatz gibt, existieren auch Verbindungen mit unterschiedlichen Formen: Sie können sechseckig, achteckig, konisch, kugelförmig, dreilappig oder vierlappig sein. Am wichtigsten ist, dass die Form und Größe der Verbindung mit dem einzuschraubenden Abutment kompatibel sind.

    Die Verbindungen lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Außenverbindungen und Innenverbindungen.

    • Zahnimplantat mit Außenverbindung: Der männliche Teil befindet sich auf dem Implantat und der weibliche Teil auf dem Abutment. Das Implantat wird also in das Abutment eingefügt. Dies ist das älteste System.
    • Zahnimplantat mit Innenverbindung: Der männliche Teil befindet sich auf dem Abutment und der weibliche Teil auf dem Implantat. Somit wird das Abutment in das Implantat eingefügt. Diese Verbindungsart war zu Beginn der Implantologie nicht möglich, da die Wände der Implantate nicht dick genug waren. Es war außerdem nicht mit den mechanischen Eigenschaften des damals verwendeten Titan Grade 1 und 2 vereinbar. Mit dem Aufkommen anderer Materialien wie Titan Grade 4 und 5 wurde es jedoch möglich, Innenverbindungen zu realisieren. Heutzutage sind Innenverbindungen die am häufigsten verwendeten.

    Zahnimplantat mit Innenverbindung von der Marke Ziveco

    Zahnimplantat mit Außenverbindung von der Marke EBI

  • Wie läuft eine Zahnimplantation ab?

    Das Einsetzen eines oder mehrerer Implantate erfolgt unter örtlicher Betäubung im Kiefer. In Ausnahmefällen kann auch eine Vollnarkose notwendig sein. Der Ablauf der Zahnimplantation besteht aus drei wesentlichen Schritten: der Insertion des Implantats, der Integration des Implantats in den Knochen und der Herstellung und Befestigung der künstlichen Zahnkrone.

    • Schritt 1: Insertion des Implantats
      Der Zahnarzt oder Chirurg öffnet das Zahnfleisch, um den Knochen freizulegen. Er nimmt Messungen an den Nachbarzähnen vor, um die genaue Position des Implantats bestimmen zu können. Anschließend bohrt er ein Loch in den Knochen und achtet dabei auf die Rechtwinkligkeit zu den Nachbarzähnen. Jetzt kann das Implantat in den Knochen eingeschraubt werden. Nach Einsetzen des Implantats wird ein Gingivaformer, auch Heilkappe genannt, auf die Oberfläche des Implantats geschraubt, damit es nicht mit Zahnfleisch zuwächst. Schließlich vernäht der Zahnarzt die Inzision.
    • Schritt 2: Integration des Implantats in den Knochen
      In den zwei Monaten nach der Operation kontrolliert der Zahnarzt den Heilungsprozess. Während dieser Zeit wächst das Implantat allmählich in das Knochengewebe ein, ein Verbindungsprozess, der als Osseointegration bezeichnet wird. Falls erforderlich, kann das periimplantäre Weichgewebe so geformt werden, dass es besser zur Krone passt.
    • Schritt 3: Herstellung und Befestigung der künstlichen Zahnkrone
      Sobald das Implantat richtig in den Knochen integriert ist, wird ein Abdruck genommen und an einen Zahntechniker geschickt, der die Krone anfertigt. Der Techniker berücksichtigt die Größe, Form und Farbe des Gegenzahns, um ein harmonisches und möglichst natürliches Ergebnis zu erzielen. Sobald die Krone einsatzbereit ist, wird sie mithilfe des Abutments auf dem Implantat befestigt, das nun die Funktion einer künstlichen Zahnwurzel übernimmt.
  • Wie wählt man die richtige Größe?

    Die Maße eines Zahnimplantats werden entsprechend der Form des Kieferknochens und der Position des zu ersetzenden Zahns gewählt.

    Alle Implantate sind zwischen 10 und 14 mm lang.

    Der obere Teil des Implantats, die sogenannte Plattform, kann verschiedene Durchmesser haben:

    • Implantat mit breiter Plattform: Der Durchmesser liegt zwischen 4,5 und 6 mm. Implantate mit diesen Maßen werden nur für Hinterzähne, insbesondere für Backenzähne, verwendet.
    • Implantat mit Standardplattform: Der Durchmesser liegt zwischen 2,5 und 4,2 mm. Diese kurzen, dünnen Implantate werden hauptsächlich zum Ersetzen von Vorderzähnen verwendet.
  • Was für Risiken gibt es?

    Behandlungsfehler sind selten in der Zahnimplantologie, können aber vorkommen. Der Erfolg hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: einer guten Mundhygiene und Verzicht auf Rauchen.

    Die Hauptrisiken, die beim Einsetzen eines Zahnimplantats auftreten können, sind die folgenden:

    • Schmerzen und Schwellungen: Zur Schmerzlinderung können Medikamente verschrieben werden.
    • Blutungen: Diese können während der ersten drei Tage nach der Operation auftreten, sind im Normalfall aber nicht schwerwiegend.
    • Infektionen: Die Operationsstelle kann sich nach dem Eingriff infizieren. In dem Fall verschreibt der Zahnarzt Antibiotika. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, ist es wichtig, dass der Patient auf eine gute Mundhygiene achtet und nicht raucht.
    • Hämatome: Nach der Operation kann ein Hämatom im Gesicht auftreten, das aber nur von kurzer Dauer ist. Bei Patienten, die Antikoagulanzien (gerinnungshemmende Mittel) einnehmen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hämatom entsteht, höher.
    • Keine Integration des Implantats in den Knochen: Dies ist eine seltene Komplikation, die zum Verlust des Implantats während der Einheilphase führt. Nach einer Mindestheilungszeit von zwei Monaten ist sodann eine weitere Operation notwendig.

    Außerdem bestehen zahlreiche Kontraindikationen für eine Implantatversorgung:

    • Absolute Kontraindikationen: unkontrollierter Diabetes, Immundefizienz, vor Kurzem aufgetretener Myokardinfarkt, Herzklappenfehler, Osteoporose, die intravenös mit Biphosphonaten behandelt wird
    • Absolute lokale Kontraindikationen: Strahlentherapie im betreffenden Bereich, z. B. zur Behandlung eines Tumors
    • Relative Kontraindikationen: Rauchen und/oder Alkoholismus, Schwangerschaft, HIV-Seropositivität, schlechte Mundhygiene, Einnahme von Antikoagulanzien
    • Relative lokale Kontraindikationen: unzureichendes Knochenvolumen (aber Möglichkeit einer Knochentransplantation), vorher zu behandelnde Zahnfleischerkrankung (Lichen/Flechte, Leukokeratose), Zahninfektion in der Nähe des Operationsbereichs.
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