Die Wahl des richtigen Schnelltests

Schnelltests dienen der Analyse von Proben und liefern Ergebnisse binnen weniger Minuten. Sie sind speziell darauf ausgerichtet, das Vorhandensein einer oder mehrerer Verbindungen (Marker) in einer bestimmten Probe festzustellen. Wenn der Marker spezifisch für eine bestimmte Krankheit ist, spricht man von einem diagnostischen Schnelltest oder einem Screening-Schnelltest. Schnelltests unterscheiden sich stark in Bezug auf die Anwendungen, die getesteten Marker und die Nachweisverfahren, aber auch hinsichtlich des Probenmaterials, an dem die Tests durchgeführt werden (Blut, Urin, Speichel usw.). Sie sind leicht zu transportieren, kostengünstig und eignen sich für Point-of-Care-Tests (POCT, zu dt. patientennahe Labordiagnostik). Sie stellen somit eine Alternative zu herkömmlichen Labortests dar.

Schnelltests ansehen

  • Wie wird ein Schnelltest verwendet?

    COVID-19-Schnelltest von Screen Italia

    Die Besonderheit von Schnelltests besteht darin, dass sie keine komplexen Gerätschaften erfordern, sodass sie außerhalb von Labors und Krankenhäusern durchgeführt werden können, z. B. in Apotheken oder beim Patienten zuhause. In der Regel werden sie direkt an der entnommenen Probe durchgeführt, ohne dass eine Probenvorbehandlung nötig ist. Die Verwendung eines Schnelltests lässt sich in drei Schritte unterteilen: Probenahme, Analyse und Anzeige der Ergebnisse.

    • Probenahme: Es wird nur eine kleine Probenmenge benötigt. Das zu entnehmende Probenmaterial kann je nach Art des Tests variieren. Es gibt u. a. Blutschnelltests, Urinschnelltests und Speichelschnelltests.
    • Analyse der entnommenen Probe: Die Probe wird mit den im Test enthaltenen Reagenzien in Kontakt gebracht. Die Zusammensetzung und der Analysemodus von Schnelltests variieren je nach Anwendung und nachzuweisenden Markern.
    • Anzeige der Ergebnisse: Nach wenigen Minuten zeigt der Test an, ob das Ergebnis positiv (d. h. der Marker in der Probe gefunden wurde) oder negativ ist.
  • Wofür werden Schnelltests eingesetzt?

    Syphilis-Schnelltest von Teco Diagnostics

    Schnelltests finden in vielen verschiedenen Bereichen Anwendung, insbesondere im Gesundheitswesen, in der Ökologie, in der Justiz und in der Lebensmittelindustrie.

    • Gesundheitswesen: Schnelltests werden für die Diagnose verschiedener Krankheiten eingesetzt, darunter auch für Infektionskrankheiten. Diese Tests suchen nach bestimmten Markern, deren Vorhandensein in der Probe das Vorliegen der entsprechenden Krankheit bestätigt. Es gibt auch Tests zur Bestimmung bestimmter Zustände, z. B. Schwangerschaftstests und Ovulationstests.
    • Ökologie: Hier werden Schnelltests verwendet, um beispielsweise die Luft- oder Wasserqualität anhand von vor Ort entnommenen Proben zu analysieren.
    • Justiz: In diesem Bereich werden zahlreiche Schnelltests eingesetzt, um das Vorhandensein illegaler Substanzen im Körper nachzuweisen (toxikologische Schnelltests) oder die Blutalkoholkonzentration zu messen.
    • Lebensmittelindustrie: Hier kommen Schnelltests im Rahmen der Qualitätskontrolle von Produkten zum Einsatz. Schnelltests für die Nahrungsmittelsicherheit ermöglichen es, gefälschte Produkte und solche, die eine Gefahr für die Gesundheit des Verbrauchers darstellen könnten, zu identifizieren.
  • Was sind die gängigsten Analysemethoden?

    Schnelltest für Infektionskrankheiten von Operon

    Es gibt mehrere Analysemethoden, mit denen sich das Vorhandensein eines bestimmten Markers in einer Probe nachweisen lässt. Die gängigsten sind immunologische, molekulare und kolorimetrische Schnelltests.

    • Immunologische Schnelltests (Immunoassays): Mit diesen Tests wird das Vorhandensein eines Markers durch biochemische Reaktionen von Immunproteinen (Antikörpern oder Antigenen) nachgewiesen. Entsprechend den verschiedenen Reaktionen werden mehrere Arten von Immunoassays unterschieden:
    • Molekulare Tests: Bei diesen Tests wird die Reaktion durch das Vorhandensein von genetischem Material hervorgerufen, das für den nachzuweisenden Marker spezifisch ist. Es gibt mehrere Arten von Molekulartests, die sich in der verwendeten Technik unterscheiden. Dies sind die wichtigsten:
    • Kolorimetrische Schnelltests: Das Ergebnis der Reaktion wird anhand der erhaltenen Farbe festgestellt. Im Allgemeinen wird eine Farbe innerhalb ein- und derselben Klasse von Verbindungen identisch erzeugt. Dabei ist anzumerken, dass kolorimetrische Tests lediglich einen Hinweis auf das Vorhandensein einer Verbindung oder einer Klasse von Verbindungen in einer Probe geben. Sie erfordern eine Bestätigung durch spezifischere Methoden, insbesondere in der Gerichtsmedizin.
  • Wie wird die Zuverlässigkeit eines Schnelltests bewertet?

    Es gibt zahlreiche Marken von Schnelltests auf dem Markt. Ihre jeweiligen Leistungen werden in der Regel anhand einer Referenzmethode, dem sogenannten „Goldstandard“, gemessen. Dabei handelt es sich um Referenzuntersuchungen oder Expertengutachten, anhand derer Patienten als „krank“ oder „nicht krank“ eingestuft werden. Die Bewertung erfolgt auf der Grundlage zweier Indikatoren: der intrinsischen und der extrinsischen Validität des Tests.

    • Intrinsische Validität des Tests: Dies bezeichnet die Fähigkeit des Tests, korrekt zu beurteilen, ob die Krankheit vorhanden ist. Sie wird nach folgenden Kriterien festgestellt:
      • Empfindlichkeit des Tests bzw. der wahre positive Anteil
      • Spezifität des Tests bzw. der wahre negative Anteil
    • Extrinsische Validität des Tests: Sie hängt mit den Merkmalen der zu testenden Bevölkerungsgruppe zusammen und basiert auf der Prävalenz einer bestimmten Krankheit innerhalb einer Bevölkerungsgruppe. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Vorhersage- oder prädiktiver Validität. Sie wird durch die positiven oder negativen prädiktiven Werte (Vorhersagewerte) des Tests für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe definiert.
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Verwendung von Schnelltests zu beachten?

    Auch wenn bei Schnelltests eine Reihe von Faktoren entfallen, die häufig zu Fehlern führen (Probenmanagement, Verwendung komplexer Geräte usw.), ist es dennoch wichtig, einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Bei Tests, die von Fachleuten durchgeführt werden, sind zwei wesentliche Punkte zu nennen: die Schulung und der persönliche Schutz des Personals.

    • Schulung des Personals: Das Personal, das die Tests durchführt, sollte über eine spezielle Schulung in Bezug auf den Probenahmeprozess (durchzuführende Verfahren, zu verwendende Ausrüstung u. a.) und die Auswertung der Ergebnisse verfügen. Je nach Art und Marke des Tests können die Verfahren und Methoden zum Ablesen der Ergebnisse variieren, sie weichen zum Teil stark voneinander ab.
    • Persönlicher Schutz des Personals: Bei Tests zur Diagnose von Infektionskrankheiten muss das Personal, das die Probenahme und die Tests durchführt, angemessene Schutzausrüstung tragen (Maske, Handschuhe usw.). Dies ist nicht nur wichtig, um eine Kontamination des Gesundheitspersonals, sondern auch der Probe selbst zu verhindern.
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