Die Wahl des richtigen Pulsoximeters

Ein Pulsoximeter (auch Pulsoxymeter geschrieben) ist ein medizintechnisches Gerät zur nichtinvasiven Bestimmung der Sauerstoffsättigung des Hämoglobins in denjenigen Kapillaren, an denen die Messung vorgenommen wird.

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  • Wie funktioniert ein Standard-Pulsoximeter?

    Hämoglobin ist ein biologischer Farbstoff, der in den roten Blutkörperchen vorkommt. Während der Sauerstoffanreicherung des Blutes bindet sich das Hämoglobin in der Lunge an Sauerstoff und wird so zu Oxyhämoglobin.

    Oxyhämoglobin ist ein Molekül, das viel Infrarotlicht absorbiert, wenn es von diesem durchdrungen wird. Das Prinzip der Pulsoximetrie beruht demnach auf der Absorption von Infrarotstrahlung durch Oxyhämoglobin.

    In der Praxis sendet eine Leuchtdiode Infrarotlicht, das eine Kapillare durchdringt, an eine Fotodiode. Die Menge an Infrarotlicht, die von dieser Kapillare absorbiert wird, ist somit proportional zur Oxyhämoglobin-Konzentration.

  • Worauf ist bei der Wahl eines Pulsoximeters zu achten?

    Pulsoximeter mit separatem Sensor der Marke Huntleigh Diagnostics

    Pulsoximeter mit separatem Sensor der Marke Huntleigh Diagnostics

    Beim Kauf eines Pulsoximeters gibt es einige wichtige Auswahlkriterien wie z. B. die Messgenauigkeit und außerdem zweitrangige Auswahlkriterien wie eine einfache Ablesbarkeit.

    • Die wichtigsten Auswahlkriterien:
      • Anwendung: Pulsoximeter können unter anderem in Krankenhäusern, zu Hause, in der Neonatologie, der Pädiatrie, im Sport und in der Veterinärmedizin eingesetzt werden.
      • Art des gewünschten Oximeters: Grundsätzlich werden zwei Arten von Pulsoximetern unterschieden:
        • Fingerpulsoximeter : Hierbei ist der Monitor direkt in den Fingersensor integriert. Diese Art Oximeter ist praktisch und leicht zu transportieren und wird häufig von Privatpersonen und in Krankenhäusern verwendet.
        • Oximeter mit separatem Sensor: Hierbei ist der Monitor über ein Kabel mit dem Sensor verbunden. Das Gerät ist daher komplexer und etwas unhandlicher, wodurch es sich nicht so gut für den Einsatz im Privatbereich eignet. Es liefert allerdings zuverlässigere Messungen und ist somit besser für Krankenhäuser geeignet.
      • Messgenauigkeit: Es wird empfohlen, ein Pulsoximeter zu wählen, das über die CE-Kennzeichnung verfügt und die Norm ISO 8061-2-61 erfüllt. Die exakte, vom Hersteller angegebene Fehlertoleranz kann der Betriebsanleitung entnommen werden. Zudem hängt die Messgenauigkeit auch von der Anzahl der am Gerät vorhandenen Sensoren ab.
      • Batterielaufzeit: Dieses Kriterium ist besonders dann wichtig, wenn das Pulsoximeter mehrmals täglich zum Einsatz kommt. Die meisten Geräte sind batteriebetrieben und die Batterielaufzeit hängt davon ab, wie viele Funktionen das Gerät hat. Z. B. wird durch eine starke Hintergrundbeleuchtung mehr Energie verbraucht, wohingegen eine automatische Abschaltfunktion hilft, die Batterie zu schonen.
    • Zusätzliche Auswahlkriterien:
      • Lesefreundlichkeit: Einige Funktionen können das Ablesen erleichtern, so z. B. eine helle Hintergrundbeleuchtung, ein multidirektionales Display, entspiegeltes Glas oder eine große und kontrastreiche Nummernanzeige.
      • Ergänzende Messfunktionen: Pulsoximeter können einen integrierten Kapnometer oder ein Kardiofrequenzmessgerät enthalten, womit ebenfalls die Herzfrequenz gemessen werden kann.
      • Zuverlässigkeit des Geräts: Widerstandsfähigkeit gegen Stöße, Staub und Wasser ist besonders dann wichtig, wenn das Gerät von bestimmten Berufsgruppen wie Feuerwehrleuten oder Bergsteigern gebraucht wird.
  • Was sind die Vorteile und Nutzungsbeschränkungen eines Pulsoximeters?

    Die Verwendung eines Pulsoximeters bietet einige Vorteile, wie z. B. seine nichtinvasive Natur, jedoch auch einige Einschränkungen, wie die Tatsache, dass Atmungsprobleme nicht frühzeitig erkannt oder verhindert werden, sondern erst nach Auftreten gemessen werden können. Es folgt eine Liste der wichtigsten Vor- und Nachteile:

    • Vorteile:
      • Nichtinvasive Methode
      • Einfache und schnelle Inbetriebnahme
      • Schmerzfrei
      • Sofortmessung
      • Vereinfachte regelmäßige Kontrolle bestimmter Vitalparameter
    • Nutzungsbeschränkungen:
      • Ergebnisse deuten nur verspätet auf Atemprobleme hin
      • Relative Zuverlässigkeit der ermittelten Messergebnisse
  • Wie benutzt man ein Pulsoximeter?

    Pulsoximeter der Marke Beurer

    Pulsoximeter der Marke Beurer

    Pulsoximeter sind in der Regel recht einfach zu bedienen und ähneln sich auch modellübergreifend sehr in ihrer Funktionsweise. Um eine Messung vorzunehmen, sind diese Schritte zu befolgen:

    • Sicherstellen, dass der Sensor sowie die Sende-LED sauber sind. Falls nicht, mit Alkohol- oder Seifenlösung reinigen.
    • Den Sensor an einem Finger anbringen – in der Regel am Zeigefinger, es kann aber auch ein anderer Finger sein, wenn sich der Patient damit wohler fühlt. Sicherstellen, dass der Finger frei von Nagellack und Fett ist.
    • Eine normale Sauerstoffsättigung des Blutes sollte zwischen 95 % und 100 % liegen. Unter 95 % ist der Zustand des Patienten als besorgniserregend einzustufen. Unterhalb von 90 % gilt er als kritisch.
    • Nach Beendigung der Messungen das Gerät in seinem Etui verstauen und an einem trockenen, lichtgeschützten Ort vor extremen Temperaturen schützen, um ein Entladen der Batterien und damit einhergehend ungenauere Messungen zu vermeiden.
  • Welche Faktoren können die Qualität der erzielten Messergebnisse beeinflussen?

    Pulsoximeter für Kinder von der Marke Lepu Medical

    Pulsoximeter für Kinder von der Marke Lepu Medical

    Bestimmte Faktoren wie niedriger Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen können die Messung beeinflussen und die Ergebnisse verfälschen. Es folgt eine nicht vollständige Liste solcher Faktoren:

    • Arterielle Hypotonie
    • Hypothermie
    • Herzrhythmusstörungen, z. B. Arrhythmie oder Tachykardie
    • Ein falsch angebrachter Sensor
    • Nagellack auf dem Fingernagel, an dem der Sensor angebracht ist
    • Übermäßiges Bewegen des Patienten
    • Anämie
    • Morphologie des Patienten (Größe und Dicke der Finger)
    • Durchführung der Messung in Höhenlage (aufgrund des Sauerstoffmangels in der Umgebung fällt der Oxyhämoglobinwert automatisch niedriger aus)
    • Wenn das Oximeter nur einen einzigen Sensor hat und dasselbe Gerät für Messungen bei Neugeborenen, Kindern und Erwachsenen verwendet wird.
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